Kalkulation und interner Aufwand

Fuhrpark-Check als Marketing

KnoppMobil (Eduard Knopp) · Stand 23.09.2026 · Ergänzung zum Plan „Erinnerungsservice TÜV und UVV“

Der Fuhrpark-Check wird hier nicht als Leistung gerechnet, sondern als Werbeausgabe. Das ist keine Formsache, sondern entscheidet über den Maßstab: Eine Werbeausgabe muss keinen Deckungsbeitrag erwirtschaften, sie muss günstiger sein als der Weg, auf dem Kunden sonst gewonnen werden.

1 Warum überhaupt

Der Engpass ist die Kundengewinnung, nicht die Organisation und nicht die Qualität. Über 75 angesprochene Firmen haben zu 24 Vollabsagen geführt, und der häufigste Absagegrund lautet „das machen unsere Mitarbeiter selbst“. Dieser Satz beendet jedes Gespräch, das mit Reinigung beginnt.

Der Check dreht den Einstieg. Er spricht ein Thema an, das im Haus niemanden hat, und führt zu einem Termin vor Ort, bei dem nichts verkauft werden muss. Das ist der eigentliche Gegenwert: ein legitimer Grund, auf den Hof und an die Fahrzeuge zu kommen. Was dort entsteht, entsteht nebenbei.

Die Rechnung, um die es geht: Ein gewonnener Kunde in der Größe von Caritas trägt rund 3.900 EUR Reinigungsumsatz im Jahr, dazu bis zu 2.500 EUR an Zusatzleistungen. Die Frage ist also nicht, ob der Check sich selbst trägt, sondern wie viele Checks ein Kunde kosten darf.

2 Was ein Check wirklich kostet

Zwei Szenarien, weil der Ablauf sich mit dem Bau der Erfassung deutlich verändert. Heute wird abgetippt, später wird nur noch fotografiert und die Auswertung läuft automatisch. Angenommen sind 15 Fahrzeuge, also ein typischer Fuhrpark in der Größe von Lebenshilfe oder Caritas.

SchrittHeute, von HandMit Bilderfassung
Anfahrt und Rückfahrt30 Min30 Min
Vor Ort je Fahrzeug3 Min (45 Min)1,5 Min (23 Min)
Nachbereitung, Freigabe des Datenblatts30 Min15 Min
Erinnerungen über das Jahr, Kontrolle30 Min10 Min
Zeit je Kunde und Jahr2,25 Std1,3 Std
Fahrtkosten (30 km zu 0,35 EUR)11 EUR11 EUR
Systemkosten Bildauswertung0 EURunter 2 EUR
Barkosten je Kunde und Jahr11 EUR13 EUR

Der zeitliche Unterschied steckt nicht im Fotografieren, sondern im Ablesen und Eintippen. Wer vor Ort nur noch Plakette, Verbandkasten-Etikett, Reifen und Gesamtzustand abfotografiert, arbeitet stur eine Reihe ab und muss nichts entziffern. Das ist der Grund, warum die Jahresbegehung überhaupt in eine Stunde passt.

3 Der Prozess

Drei Beteiligte, und die Arbeitsteilung entscheidet darüber, ob der Aufwand bei einer Stunde bleibt. Eduard ist vor Ort und fotografiert, die Anwendung macht alles, was Rechnen, Schreiben und Erinnern heißt, und der Kunde muss im Regelfall gar nichts tun.

PhaseEduardKundeApplikation
Erstkontakt Ruft an, bietet den Check an, fragt nach der Fahrzeugzahl, macht einen Termin. Nennt die Fahrzeugzahl und den Ansprechpartner, sagt zu. Legt Kunde und Kontakt an, schreibt den Termin in den Kalender.
Begehung,
1 Stunde
Fotografiert je Fahrzeug vier Dinge: HU-Plakette, Verbandkasten-Etikett, Reifen, Gesamtansicht. Stur der Reihe nach, kein Ablesen, kein Notieren. Stellt die Fahrzeuge bereit oder gibt die Schlüssel. Muss nicht dabei sein. Liest die Bilder aus, legt je Fahrzeug einen Datensatz an, berechnet die Fristen für HU, AU und UVV.
Freigabe,
15 Minuten
Geht die Liste durch und korrigiert, was schlecht lesbar war. Gibt frei. Nichts. Erzeugt je Fahrzeug den Prüfbericht und die Fuhrpark-Übersicht, schickt dem Kunden den Zugang.
Das Jahr
über
Sieht montags die Vorschau, welche Fristen anstehen, und ruft dort an, wo sich ein Auftrag anbietet. Bekommt die Erinnerung 6 und 2 Wochen vor jeder Frist. Lädt Berichte herunter, wann immer er sie braucht. Rechnet, versendet, protokolliert, führt Abmeldungen und hält die Dokumente abrufbar.
Nach
12 Monaten
Kommt zur nächsten Begehung, fotografiert erneut. Zahlt die Pauschale erneut oder wechselt in ein Paket. Schreibt bestandene Fristen fort, vergleicht alten und neuen Bestand, meldet verschwundene und neue Fahrzeuge.
Der Kern der Sache: Vor Ort wird nichts entschieden und nichts eingetippt, sondern nur aufgenommen. Alles, was Genauigkeit verlangt, passiert danach am Schreibtisch mit einer Freigabeliste, auf der ein falsch gelesenes Datum auffällt. Deshalb ist die Begehung auch delegierbar, sobald eine Aushilfe da ist, während die Freigabe bei Eduard bleibt.

4 Was der Preis abbilden soll

Der Bericht hat Substanz: neun dokumentierte Prüfpunkte je Fahrzeug, eine Fuhrparkübersicht, Fotos, dazu ein Jahr lang Fristenüberwachung. 50 EUR bilden das nicht ab und senden das falsche Signal, nämlich dass es sich um eine Gefälligkeit handelt. Der reguläre Preis ist deshalb 79 EUR im Jahr, pauschal bis 30 Fahrzeuge. Bei 13 Fahrzeugen sind das rund 6 EUR je Fahrzeug, immer noch weit unter jeder Fuhrparksoftware und unter jeder Beschaffungsschwelle.

Der Einstieg bleibt trotzdem hürdenfrei, aber nicht über einen niedrigen Preis, sondern über ein Einführungsjahr. Das trennt zwei Dinge, die sonst durcheinandergehen: was die Leistung wert ist, und was der Kunde beim ersten Mal zahlt.

So sieht die Rechnung im ersten Jahr aus
Fuhrpark-Check, Jahresbetrag79,00 EUR
Einführungsrabatt, einmalig-79,00 EUR
Zu zahlen0,00 EUR
Ab dem zweiten Jahr79,00 EUR jährlich

Das ist besser als kostenlos und besser als ein symbolischer Euro. Bei kostenlos steht nirgends, was die Leistung wert ist, und der Kunde hat nichts in der Hand. Ein Euro erzeugt denselben Aufwand an Rechnung, Buchung und Zahlungseingang wie 79 EUR, nur ohne Ertrag. Die Rechnung mit ausgewiesenem Rabatt leistet dagegen dreierlei auf einmal: Der Wert steht schwarz auf weiß, der Kunde ist als Kunde angelegt, und der Preis der Folgejahre ist vereinbart, ohne dass dafür noch einmal verhandelt werden muss.

79 EURregulär je Jahr, bis 30 Fahrzeuge
0 EURim Einführungsjahr, per Rabatt
13 EURBarkosten je Begehung
Die Verlängerung ist der zweite Verkaufsmoment. Nach elf Monaten geht eine Mail raus, die das Einführungsjahr beendet und zugleich die Bilanz zieht: so viele Fahrzeuge betreut, so viele Fristen gemeldet, so viele Berichte bereitgestellt. Erst danach wird zum ersten Mal Geld verlangt, und zwar mit dem Nutzen bereits in der Hand. Wichtig ist, diesen Termin von Anfang an anzukündigen und nicht still zu verlängern: Eine Überraschungsrechnung nach einem Gratisjahr kostet mehr Vertrauen, als die 79 EUR wert sind.

Wer nicht verlängert, hätte auch sonst nicht gekauft. Dann endet der Aufwand dort, die Daten bleiben, und ein Anruf ist weiterhin möglich.

5 Was ein Kunde kosten darf

Gerechnet wird mit dem Einführungsjahr, also ohne jeden Erlös. Angenommen, von 20 angebotenen Checks werden 12 angenommen und daraus wird 1 fester Reinigungskunde. Das ist bewusst vorsichtig, denn der Check bringt ihn an die Fahrzeuge und in ein Gespräch, das nicht mit einer Absage beginnt.

PositionErstes JahrAb dem zweiten Jahr
Durchgeführte Checks128 verlängern
Erlös0 EUR632 EUR
Barkosten, Fahrt und System156 EUR104 EUR
Zeiteinsatzrund 16 Stdrund 10 Std
Ergebnis156 EUR Werbeausgabe528 EUR Überschuss
Jahreswert eines gewonnenen Reinigungskundenrund 3.900 EUR

156 EUR und 16 Stunden für einen Kunden, der 3.900 EUR im Jahr trägt. Selbst bei einer deutlich schlechteren Quote, etwa 1 Kunde aus 20 Checks, bleibt das günstiger als jede andere Form der Akquise, die ihm zur Verfügung steht. Der Unterschied zu Flyern oder Anzeigen ist dabei nicht nur der Preis: Hier bleibt am Ende eine Kundenliste mit Fahrzeugdaten und ein Grund, im nächsten Jahr wieder anzurufen.

6 Die Preistreppe

Der Check ist der einzige Punkt, an dem bewusst unter Wert angeboten wird. Er kauft den Zugang. Alles, was danach kommt, läuft zum normalen Preis, und genau darin liegt die Pointe: Der Einstieg ist billig, weil er wenig Zeit kostet, nicht weil KnoppMobil billig ist.

SchrittWas verkauft wirdPreisJahreswert bei 13 Fahrzeugen
EinstiegFuhrpark-Check, pauschal bis 30 Fahrzeuge. Erstes Jahr per Rabatt auf null79 EUR0 EUR, ab Jahr 2: 79 EUR
Erster AuftragEinzelreinigung, aus dem Termin heraus75 EUR plus 5 EUR Anfahrtoffen
TurnusReinigung im festen Zyklus, Anfahrt entfällt bei monatlicher Zahlung65 bis 75 EUR je Fahrzeugrund 3.900 EUR
ZusatzHol- und Bringdienst zur HU55 EUR je Vorgang715 EUR
ZusatzReifenwechsel mit Einlagerung, 2 Termine45 EUR je Termin1.170 EUR
ZusatzUVV-Prüfung, selbst oder über Partner50 EUR je Pkw650 EUR
EinmaligLeasingrückgabe vorbereiten150 bis 400 EURnach Anfall
Voll ausgebauter Kunderund 6.500 EUR

Dem Einführungsjahr ohne Rechnung stehen also rund 6.500 EUR gegenüber, wenn die Treppe vollständig durchlaufen wird. Realistisch ist das nicht bei jedem Kunden, aber schon der Sprung vom Check in den Turnus trägt das gesamte Instrument.

Ein Risiko, das benannt werden muss: Wer einen ganzen Fuhrpark im ersten Jahr umsonst geprüft bekommt, kann das als Maßstab für alles Weitere nehmen. Genau dagegen hilft der ausgewiesene Rabatt: Auf der Rechnung steht 79 EUR, und danebensteht, warum diesmal nichts zu zahlen ist. Dazu gehört ein Satz im Erstgespräch: Der Check ist deshalb günstig, weil er einmal im Jahr eine Stunde dauert. Eine Aufbereitung dauert eine Stunde je Fahrzeug und kostet entsprechend.

Kein Rabatt auf die Folgeleistungen, auch nicht als Dankeschön für den Einstieg. Sonst wird aus dem Lockangebot ein dauerhaft niedriger Preisanker, und der Check hat dann das Gegenteil dessen bewirkt, wofür er gedacht ist.

7 Warum genau einmal im Jahr

Das ist zugleich das Versprechen an den Kunden: einmal im Jahr eine Stunde Störung, danach ein Jahr lang Ruhe und trotzdem alle Fristen im Blick.

8 Das Dokument, das der Kunde herunterlädt

Der Check ist nur dann etwas wert, wenn am Ende etwas Vorzeigbares steht. Genau das fehlt den Kunden heute: Der Fahrzeugteil wird vor einem Audit im Nachhinein zusammengesucht, aus Terminkalendern, Rechnungen und Erinnerung. Deshalb gehören zwei Dokumente zum Check, jederzeit abrufbar statt auf Anfrage:

Je Fahrzeug ein Prüfbericht
  • Kennzeichen, Fahrzeug, Datum der Begehung, wer geprüft hat
  • Geprüfte Punkte mit Befund: Verbandkasten samt Verfallsdatum, Warnweste, Warndreieck, Reifen, Beleuchtung, Scheiben
  • Nächste Fristen: HU, AU, UVV
  • Fotos des Fahrzeugzustands
Dazu eine Übersicht über den gesamten Fuhrpark
Alle Fahrzeuge auf einer Seite, mit Fristen, letztem Prüfdatum und offenen Punkten. Das ist die Seite, die im Audit auf den Tisch kommt.

Zur Bezeichnung: Das Wort Gutachten sollte nicht verwendet werden. Es ist rechtlich besetzt und weckt die Erwartung eines Sachverständigen. Sauber und trotzdem wertig sind Prüfbericht, Checkbericht oder Fahrzeugnachweis. Aus demselben Grund steht auf jedem Bericht, dass es sich um eine dokumentierte Sichtprüfung handelt und nicht um eine UVV-Prüfung nach § 57 DGUV Vorschrift 70. Wer diese Grenze verwischt, verliert den Kunden beim ersten Audit.

9 Budget und Abbruchkriterium

GrößeErstes JahrZweites Jahr
Angebotene Checks2020 neue, 12 im Bestand
Durchgeführt1220
Erlös0 EUR632 EUR aus dem Bestand
Barkosten156 EUR260 EUR
Zeiteinsatz16 Std26 Std
Netto-Werbeausgabe156 EURkeine

Erfolgskriterium: Nach den ersten 10 Checks muss mindestens 1 neuer fester Reinigungskunde entstanden sein oder mindestens 3 zusätzliche Einzelaufträge. Wird das verfehlt, liegt es nicht am Preis, denn im ersten Jahr gibt es keinen. Dann führt der Termin vor Ort nicht zum Gespräch, und geändert wird der Ablauf und nicht das Angebot.

Zu messen sind vier Zahlen: angebotene Checks, angenommene Checks, daraus entstandene Aufträge, Zeit je Begehung. Ab dem zweiten Jahr kommt eine fünfte dazu, und die ist die wichtigste: wie viele Kunden nach dem Einführungsjahr verlängern. Sie sagt, ob der Bericht für den Kunden wirklich einen Wert hat oder nur höflich entgegengenommen wurde.