KnoppMobil (Eduard Knopp) · Stand 23.09.2026 · Fuhrpark-Check, jährlich
Eine Begehung für einen Fuhrpark von 13 Fahrzeugen dauert rund eine Stunde. Das gelingt nur, wenn vor Ort ausschließlich aufgenommen und nichts entschieden wird. Bewertet, gerechnet und geschrieben wird danach.
0 bis 5 MinAnkommen, Fahrzeuge zählen, Reihenfolge festlegen
5 bis 50 MinJe Fahrzeug 3 bis 4 Minuten, immer dieselbe Reihenfolge
50 bis 55 MinFehlende Fahrzeuge klären, Ansprechpartner bestätigen
Danach, 15 MinAm Schreibtisch: Liste prüfen, freigeben, Bericht geht raus
Vier Aufnahmen je Fahrzeug
Immer dieselbe Reihenfolge, immer dieselben vier Bilder. Das macht die Auswertung zuverlässig.
Der feste Ablauf
1 Gesamtansicht schräg von vorne
Kennzeichen muss lesbar sein. Daraus kommen Fahrzeugzuordnung, Typ und der Gesamtzustand der Karosserie.
2 HU-Plakette am hinteren Kennzeichen
Nah genug, dass Monat und Jahr scharf sind. Das ist die wichtigste Aufnahme überhaupt.
3 Verbandkasten mit Etikett
Kasten aufklappen, Etikett mit Verfallsdatum fotografieren, Warnweste und Warndreieck mit ins Bild.
4 Reifen mit angelegtem Messgerät
Ein Bild je Achse genügt, wenn die Werte gleich sind. Bei Abweichung jedes Rad einzeln.
Worauf es beim Ablesen ankommt
Die Zahl auf der 12-Uhr-Position ist der Fälligkeitsmonat, die Zahl in der Mitte das Jahr. Hier: Mai 2027.
Prüfplakette
Die Plakette ist gedreht aufgeklebt
Das ist die Regel, die man einmal verstanden haben muss: Die Plakette wird so aufgebracht, dass der Fälligkeitsmonat oben steht. Nicht die 12 steht oben, sondern der Monat, in dem die nächste Hauptuntersuchung fällig wird. In der Mitte steht das Jahr zweistellig.
Deshalb muss das Foto gerade aufgenommen werden, nicht schräg von der Seite. Ein gekipptes Bild macht die Ausrichtung mehrdeutig, und genau daraus entstehen falsche Fristen.
Ist die Plakette verschmutzt, verkratzt oder nicht eindeutig lesbar, bleibt das Feld leer und der Datensatz offen. Ein geschätztes Datum ist schlimmer als gar keines, weil danach ein Jahr lang falsch erinnert wird.
Das Verfallsdatum steht auf dem Kasten, nicht im Fahrzeugschein. Es ist der häufigste Fund überhaupt.
Verbandkasten
Der Punkt, an dem fast jeder Fuhrpark auffällt
Der Inhalt eines Verbandkastens hat ein Haltbarkeitsdatum, meist 4 bis 5 Jahre ab Herstellung. Danach ist er formal nicht mehr ausreichend. Das weiß fast jeder, und trotzdem verfolgt es praktisch niemand, weil es keinen Anlass gibt, in den Kasten zu schauen.
Genau deshalb ist dieser Punkt so wertvoll für den Check: Er findet mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas, die Behebung ist billig und unstrittig, und der Kunde sieht sofort, dass die Begehung nicht nur eine Formalie war.
Naheliegende Zusatzleistung: Ersatzkästen mitführen und direkt tauschen. Einkauf rund 8 EUR, berechnet mit 15 EUR inklusive Austausch und Dokumentation. Bei 4 von 13 Fahrzeugen sind das 60 EUR, die im selben Termin entstehen.
Gesetzliches Minimum 1,6 mm. Unter 3 mm wird es bei Nässe deutlich schlechter, das ist die sinnvolle Warnschwelle.
Profiltiefe
Gemessen, nicht geschätzt
Mit einem Messgerät für wenige Euro, nicht mit der Münze. Der Unterschied ist wichtig: Ein gemessener Wert kann im Bericht stehen, eine Schätzung nicht. Gemessen wird an der Stelle mit dem geringsten sichtbaren Profil, je Achse mindestens einmal.
Im Bericht stehen drei Zonen: über 3 mm in Ordnung, zwischen 1,6 und 3 mm beobachten, unter 1,6 mm ist das Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher und der Kunde wird darauf am selben Tag hingewiesen, nicht erst per Bericht.
Mit erfasst wird das Reifenalter über die DOT-Nummer. Reifen über 6 Jahre härten aus, auch wenn das Profil noch da ist. Das ist ein Hinweis, kein Mangel, aber er zeigt dem Kunden, dass genau hingesehen wurde.
Was danach passiert
Am Schreibtisch werden die Bilder ausgewertet und die Liste geprüft. Falsch gelesene Daten fallen dort auf, weil jede Frist im Zusammenhang mit dem Fahrzeug angezeigt wird. Nach der Freigabe erzeugt das System den Prüfbericht je Fahrzeug und die Fuhrparkübersicht, und der Kunde bekommt den Zugang. Wie die Dokumente aussehen, steht im Musterbericht.
Drei Dinge, die vor Ort nicht passieren
Keine Bewertung gegenüber dem Kunden. Ausnahme ist ein sicherheitsrelevanter Fund wie Profiltiefe unter 1,6 mm. Alles andere steht im Bericht und wird nicht zwischen Tür und Angel kommentiert.
Kein Verkaufsgespräch. Wer während der Begehung Reinigung anbietet, entwertet den Anlass. Der richtige Moment ist der Anruf nach dem Bericht, mit den offenen Punkten in der Hand.
Nichts eintippen. Jede Minute, die vor Ort mit Notieren verbracht wird, sprengt die Stunde. Fotografieren, weitergehen.